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Die Legende vom kriegerischen Bischof

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Während drei Jahrhunderten war Vannes in einer kritischen Position als Grenzstadt. Im Norden und an der Küste hatten sich die Flüchtlinge aus Irland und England, die dort von den Sachsen verdrängt wurden niedergelassen. Das zu Vannes gehörende Kirchgebiet im Westen und Norden wurde so im 6. Jhdt. vom bretonischen Herzog Waroch regiert. Vannes und die von hier östlich liegende Gegend gehörten dagegen zum fränkischen Reich. Es gab reichliche Konflikte in Form von Beutezügen beider Parteien.

Als der Herzog Waroch starb, erbten seine 5 Söhne sein Reich. Sein Sohn Canao hatte jedoch andere Ambitionen, kurzerhand tötete er drei seiner Brüder und liess den vierten, Macliaw, in Fesseln legen. Der heilige Felix, Kirchenmänner hatten damals grosse moralische Autorität, sprach jedoch ein strenges Wort mit ihm und so liess Canao seinen Bruder gegen einen Treueschwur frei.

Macliaw hielt sich jedoch nicht an diesen erzwungenen Eid und wurde kurz darauf wieder von seinem  Bruder in die Enge getrieben.Er flüchtete zu seinem Schwager Commor, Herr von Carhaix. Dem gelang es mit einer List Canao abzuwenden. Er liess Macliaw in eine unterirdische Kammer herabsteigen und setzte ein Grab darauf, mit nur einer kleinen Luftzufuhr. Als Canao’s Männer ankamen und Maclaws Auslieferung verlangten, zeigte er ihnen das Grab und erklärte, Maclaw sei während seines Aufenthaltes verstorben. Das erfreute Canao und er erklärte sich unverzüglich zum Erben des Anteils seines verbliebenen Bruders.

Maclaw verliess sein Grab und floh nach Vannes, das ausserhalb des Hoheitsbereichs seines Bruders lag. Zur Verkleidung liess er sich eine Tonsur rasieren und trat in einen Mönchsorden ein. Sein Verhalten über die Jahre muss hier beispielhaft gewesen sein, denn als der Bischof starb, riefen die Mönche und das Volk ihn zum Nachfolger aus. Zum ersten Mal hatte Vannes einen bretonischen Bischof.

Canao regierte unangefochten sein Reich. Chramne, Sohn des fränkischen Königs Chlotar II,  rebellierte gegen seinen Vater und bat Canao um Unterstütung. Der hatte schon andere Konflikte mit dem Frankenkönig und empfing deshalb mit Freuden diese Verstärkung. Als erstes plünderten die Verbündeten Vannes. Ein wutschnaubender Chlotar nährte sich mit einem grossen Heer. Im Handgemenge wurde Canao getötet und Chramme gefangengenommen. Sein Vater liess ihn erdrosseln und mit seiner Frau und den Töchtern in eine Scheune einschliessen, die in Brand gesetzt wurde, um die ganze Familie auszurotten.

Maclaw war jetzt der letzte Erbe des bretonischen Reiches von Waroch. Er läast sich die Haare wachsen, kehr zu seiner Frau zurück, die er verlassen hatte, um in den Orden zu gehen und gibt sich als rechtmässiger Herscher zu erkennen, behält aber die geistliche Rechstsprechungsgewalt in Vannes. Er schliesst einen Pakt zur Verteidigung der jeweiligen Nachkommen mit einem benachbarten  Fürsten. Als dieser jedoch stirbt, reisst er dessen Ländereien an sich.

Der um sein Erbe gebrachte Sohn irrt lange durch die Bretagne, schafft es schliesslich eine kleine Truppe zu organisieren und Maclaw aus dem Hinterhalt zu töten. Einer von Maclaws Söhnen, auch Waroch genannt, wird der neue Herzog.

 

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