Das Naturschutzgebiet

Wanderwege an der Küste des Golfe de Morbihan mit Blick auf das Wattenmeer

 

Vor der Halbinsel Conleau fängt gleich hinter dem Chorus, dem Messebereich in Vannes, das Naturschutzgebiet an.

 

Man kann mit den Bussen Nr. 3 ( Le Racker) und Nr. 7 ( Parc du Golfe) von der Innenstadt hierher fahren.

Man kann aber auch bei schönem Wetter Wandern gehen und diese Wanderung in der Innenstadt beginnen.

 

Bis zum Naturschutzgebiet sind es etwa 30 Minuten Fussweg. Seit einem Jahr ist die gesamte Strecke abseits von Autostrassen zu laufen und deshalb zum Fahrradfahren oder Wandern besonders schön. Geht einfach die rechte Hafenseite entlang, immer geradeaus.

Nach einer Weile kommt Ihr zu einer Fussgängerbrücke pont de Kerino. Früher war das die Autobrücke , bis der Tunnel von Kerino gebaut wurde. (Auf der anderen Seite des Wassers kann man am Ufer enlang bis Sene und bis Port Anna laufen.)

Wir bleiben auf dieser Seite und gehen weiter geradeaus. Wir kommen zum Seehafen- gare maritime,von dem 3 Schiffsgesellschaften Touren in den Golfe de Morbihan anbieten.

(Wenn man die Strasse hier rechts abbiegt, kommt man zum Le Ker, ein Erlebnissmuseum zur bretonischen Geschichte. Gegenüber davon liegt das Aquarium und etwa 200 Meter weiter, hinter dem Mercure Hotel den Schmetterlingsgarten jardin aux papillons, der von April bis Oktober geöffnet ist.)

Wir gehen jetzt aber am Seehafen vorbei geradeaus am Ufer weiter. Auf der linken Seite am Wasser sehen wir ein Hausboot, die Piano Barge, das zum Restaurant und Jazzkneipe umgebaut wurde. In der Piano Barge kann man sehr gut essen und angenehm den Abend verbringen. Regelmässig finden hier Konzerte statt.

Auf der rechten Uferseite seht Ihr das neue Casino und etwas weiter eine bekannte Schiffswerft Multiplast, in der viele Katamarane für Schiffsrennen gebaut werden. Guckt mal, ob nicht eines im Hof liegt. 

Wir gehen weiter geradeaus und kommen zu einer kleinen Ansteigung wo die Küste sich rundet. Hier ist die pointe des Emmigrés, die Spitze der Auswanderer. Das hat weniger mit den vielen Bretonen zu tun, die in aller Welt zu finden sind, als mit der französischen Revolution. Die Gegenbewegung zur französischen Revolution war in der Bretagne sehr stark. Die Royalisten, die nach England emigriert waren, wollten zur Unterstützung der bretonischen Widerstandskämpfer, der Chouans, 1795 n. Chr. hier landen, wurden aber von den Truppen der Republikaner überwältigt und gefangen genommen. Ein Teil wurde in den Gefängnissen der Stadt, porte prison und dem tour connetable gefangengehalten.  Etwa 700 Mann wurden schliesslich exekutiert. 

Wir folgen dem Wanderweg geradeaus  bis zum Damm von Conleau. Jetzt könnt Ihr weiter zur Halbinsel von Conleau gehen. Wenn Ihr zunächst etwas über die Geschichte Conleaus wissen wollt, dann erzählt das Lützelchen hier.

 

Wer jedoch noch etwa eine halbe Stunde weiterwandern möchte, der geht jetzt auf die andere Strassenseite, wo sich der Campingplatz Flower Camping befindet. rechts die rue Marechal Juin etwas hoch und bei der nächsten Strasse rue Raoul Follerau links rein.

Den Hügel hoch und links in den Impasse du Petit Conleau. Jetzt sind wir hinter dem Campingplatz des Flower Camping. 

 

Irgendwo hier in Conleau in dieser Ecke soll Uderzo, der Zeichner von Asterix sein Anwesen haben.

Es gab früher zwei Herrenhäuser mit Ländereien in Conleau: Le grand Conleau, von dem nur noch ein paar Reste an alten Bauernhöfen an der rue Marechal Juin zeugen und le petit Conleau. Vom petit Conleau ist mehr übriggeblieben.

 

Wenn es Euch interessiert, dann biegt Ihr in die erste Strasse rechts ab- rue du clos des ormes. Man sieht hier am Ende der Sackgasse auf der linken Seite das Herrenhaus und davor ein anderes Gebäude älteren Datums mit einem Turm, das ebenfalls zum petit Conleau gehörte. Auch die Bauernhäuser an der Hauptstrasse impasse du petit Conleau auf die wir jetzt zurückkehren, gehörten zum Anwesen. Man kann das Herrenhaus auch von der Hauptstrasse sehen, hinter einem hohen Eisengitter sieht man das Haus mit einer kleinen Freitreppe davor. Dahinter gibt es eine andere Sackgasse, wo man das Anwesen noch mal von hinten sieht.
 

Die dritte Strasse rechts schliesslich biegen wir ab, kurz hinter dem langgezogenen alten Bauernhaus auf der linken Seite. Die Strasse endet in einem Feldweg. Kurz vorher haben wir auf der rechten Seite einen mit Lametta geschmückten Baum gesehen und daneben ein verwildertes Zeichen Apache. Hier wohnt ein alter Indianerfan, in einem Wohnmobil. Er besitzt eine vollständige Indianermontur und verbringt sein Alter mit den Pflanzen in seinem Garten. 

Wir gehen in den Feldweg, der uns links führt an wilden Farnen und Wachholderbüschen vorbei und inzwischen nur noch ein Trampelpfad ist. 2013 bei einem grossen Brand verendeten die meisten Bäume an dieser Stelle, man sieht hier und da noch schwarze Stümpfe. Das Gebiet wurde nicht wiederaufgeforstet, sondern der Natur überlassen.

Wir folgen dem Trampelpfad, der uns hinunter an das Ufer des Flusses Vincin führt. Wir landen auf einem Wanderweg. (Falls Euch die Vogelbeobachtung interessiert, und hier gibt es viele seltene Vogelarten, die hier Station machen, oder überwintern, so gibt es auf der rechten Seite, etwa 300 Meter weiter eine Beobachtungsstation, fast im Flussbett.) Wir gehen jedoch den Weg links und das Flussbett entlang, das uns nach einer Weile neben dem Campingplatz am Anfang des Damms von Conleau ankommen lässt.

 

Von hier können wir jetzt nach Conleau wandern. Wenn Ihr wollt, erzählt das Lützelchen Euch zunächst etwas von der Geschichte .

Die Geschichte von Conleau

 

Conleau war früher eine kleine Insel, dort wo die Wasser der Marle von Vannes mit denen des Flusses Vincin zusammentreffen.

Im Mittelalter hatte der Bischhof von Vannes hier seinen Sommersitz. Von diesem ist jedoch leider nichts übriggeblieben.

Anfang des 19 Jahrhunderts gibt es nur ein Haus auf der Insel, das Maison du Passage, das Haus des Fährmannes.

1829 kauft eine Familie Thubé die Insel, baut sich ein Haus- die Villa Thalassa- und vermietet einen Grossteil der Insel an eine Reederei.

1876 erwerben zwei Geschäftspartner aus Paris die Insel, um sie in ein Seebad zu verwandeln. Damals waren Seebäder als Kurbäder Mode geworden. Ein Jahr später wird der Deich gebaut, der die Insel zur Halbinsel macht. Ferienhäuschen sind geplant, Ställe, Bootshallen, ein Restaurant, Badekabinen...

Eine kleiner Deich und eine Schleuse wird gebaut, um eine kleine Bucht zum Freischwimmbecken, oder petit lac salé- kleinen Meereswassersee- wie man es damals nannte, zu verwandeln. So konnte man bei Ebbe und Flut gleichermassen baden und die Kinder waren im Nichtschwimmerteil geschützt vor den Strömungen. Es wird ein Anlegesteg auf Holz für ein Dampfschiff errichtet und ein kleiner Pinienwald vor der Bucht angepflanzt.

Von den 5 damals gebauten Ferienhäusern im Stil der Bäderarchitektur, existieren noch drei: Jenny, Haydé und Lakmé.

Ein neuer Besitzer der Insel baut 1891 im Stil der Architektur der Weltausstellung ein 'Casino de Conleau' auch bekannt als Nouveau Café. Ein kleiner französischer Garten vor dem Casino lädt zum Spazieren ein. Ihm gegenüber  wird ein kleines Hotel Beausejour mit 12 Zimmern errichtet. 1907 wird ein noch ein Ausflugslokal, la Ginguette, gebaut.

All dies hat sich inzwischen verändert:

Man kommt über den alten Deich nach Conleau, auf dem neben der Strasse Parkplätze installiert wurden. Es gibt eine Schnellladestation für Elektroautos

Wir gehen weiter auf dem Weg neben den Parkplätzen. Wenn Ebbe herrscht, kann man hier das Wattenmeer der Bucht sehen. Es geht durch ein kleines Wäldchen, dann kommt rechts ein schöner Spielplatz.

Ein Stück weiter ist ein kleiner Parkplatz hinter der Ginguette. Das alte Ausflugslokal existiert noch und man kann hier, nicht unbedingt preisgünstig, Crèpes und Galettes und sehr gute Pommes Frites essen. Es empfiehlt sich, die Rechnung zu überprüfen und immer nachzufragen was das zusätzlich Angebotene denn koste. Schon mehrere Kunden fanden verärgert Dinge auf der Rechnung, die sie für eine Beilage hielten. Trotz des übermässig geschäftstüchtigen Besitzers hat das Haus seinen nostalgischen Ausflugslokal- Charme bewahrt und ist einen Besuch wert.

Am Parkplatz vorbeigehend entdeckt man auf der linken Seite eine kleine Landzunge mit ein paar Bänken. Auch dieser Ort lädt zum Verweilen mit seinem Panoramablick auf die Wattenlandschaft, die sich nach den Gezeiten beständig verändert. 

Wenn man weitergeht, kommt man auf den engen Pfad der Befestigungsmauer, der um die Insel herumführt. Daneben liegen die Gärten der Häuser an der einzigen Strasse Conleaus. Besonders zu bemerken ist hier der uralte Feigenbaum im Garten des zweiten Hauses. Er beugt sich wie ein Schirm über die Mauer. Jedes Jahr hängt er voller Früchte.

Ein Stück weiter liegt das alte Hotel Beausejour, das in ein Wohnhaus verwandelt wurde, daneben ein kleiner Bootsverein.

 

Nachdem Ihr die Spitze der Insel umrundet habt seht ihr sofort den Bootsanlegesteg. Von hier aus kann man ausserhalb der Sommermonate zur Ile d'Arz und zum gegenüberliegenden Anlegesteg Barrarac'h bei Port Anna fahren. Man sieht oft Leute von der Insel, schwerbepackt mit ihren Einkäufen auf dem Festland, auf das Boot warten.

Hinter dem Anlegesteg ist ein kleiner Strand mit Blick auf den Golfe. Bei Flut geht das Wasser oft bis zum Quai, bei Ebbe reduziert sich der Schwimmteil erheblich. Gelbe Bojen markieren den Schwimmbereich. Die Strömung ist ziemlich stark, auch wenn es nahe aussieht, sollten nur sehr gute Schwimmer ans andere Ufer nach Arradon (rechts) oder Port Anna ( links) schwimmen. Es gibt eine Dusche jedoch keine Umkleidekabinen.

Die Promenade vor dem Strand ist mit Holzbänken bestückt, die den Badenden bei Flut, aber auch sonstigen Ausflüglern, die die Aussicht geniessen wollen, nützen. Von hier gibt es einen schönen Ausblick in den Golfe.

Von der Aussicht profitiert auch das Hotel Le Roof . Allgemein wird es wegen seines Ausblicks in den Golfe geschätzt. Das Hotel hat innen eine abgeschirmte Hotelterrasse, einen eigenen Parkplatz eine angenehme Lobby, perfekt für einen Café. Das dazugehörige Restaurant wird von den Einwohnern zu besonderen Gelegenheiten frequentiert.

Vor dem Hotel Le Roof liegt das Café de Conleau, ein Restaurant, preisgünstiger, aber auch einfacher als das Roof. Das Hotel und Restaurants gehören zur Kette Best Western.  Vor dem Café de Conleau gibt es eine Terrasse direkt vor der Bucht mit phantastischem Ausblick, wo man bei schönem Wetter essen kann. Leider gibt es keinen Nachmittagsservice.

Das Le Corlazo vor dem Meeresschwimmbecken, lädt zum Kaffeetrinken und zum Apperitif ein. Auch hier gibt es einen atemberaubenden Blick und eine schöne Ferienatmosphäre das ganze Jahr über an den Tischen und Stühlen, die draussen stehen. Bei schlechtem Wetter kann man aber auch drinnen Zuflucht suchen. In den kalten Monaten brennt oft ein Feuer im alten Kamin. Dieses Haus ist das älteste der Insel und kein anderes als das ehemalige Fährhaus.

Vor dem Schwimmbad stehend kann man auf der rechten Seite den Kiosk mit Eis, Crèpes und diversen Kleinigkeiten am Schwimmbadgebäude sehen. Daneben gibt es eine Boulebahn. Auf der anderen Strassenseite sieht man wieder die Ginguette. Wer seinen Picknickkorb  mitgebracht hat, der kann auf Holztischen und Bänken entweder vor dem Kiosk oder in dem kleinen Kiefernwäldchen am Anfang der Insel stilvoll picknicken.

Zum Schwimmen jederzeit lädt das grosse überwachte Meereswasserschwimmbad ein. Es hat in seinem Westteil einen grossen abgeteilten Nichtschwimmerbereich  mit kleinem Strand. Auch in der Hochsaison wirkt es dank seiner Grösse nicht überfüllt. Das Wasser wird monatlich bei der Hochflut ausgewechselt und täglich kontrolliert. Am Bademeisterbüro, könnt Ihr die angeschlagenen Tageswerte erfahren. Es gibt keine Umkleidekabinen, aber Toiletten, deren Zugang von der dem Schwimmbad abgewandten Seite erfolgt. Ausserdem gibt es neben dem Bademeisterbüro zwei Duschen. Der Liegebereich ist befestigt. Im Winter wird das Schwimmbad trockengelegt.

Wenn man die einzige Strasse von Conleau geradeaus geht, kommt man zu den in der Geschichte erwähnten alten Exemplaren der Bäderarchitektur. Auch das solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen.

Bei schönem Wetter ist der Sonnenuntergang am schönsten vom Damm aus zu sehen.

Das Lützelchen hofft, dass Ihr einen schönen Tag in Conleau und der Umgebung verbracht habt. Erzählt Ihm doch mal von Euren Erlebnissen!

 
 

©Das Lützelchen:  Daniele de Lutzel, 27 rue René Roëckel, 56000 Vannes

  • Facebook Social Icon